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Ems-Zeitung vom 19.06.2006

Der Lückenschluss von 1856

Salzbergen und Emsland feierten gestern 150 Jahre Eisenbahn

bm Salzbergen.
Mit einem markerschütternden Pfeifton fuhr gestern Mittag das "rote Museum auf Schienen" in den Bahnhof Salzbergen ein. "Fußball-Weltmeister 1954" prangte in großen goldenen Lettern an der Außenhaut, und manch einem Zuschauer dürfte es bei diesem Anblick heiß und kalt über den Rücken gelaufen sein.
150 Jahre Eisenbahn im Emsland und mit einem Festakt in Salzbergen gefeiert: Ein Verdienst, den sich in erster Linie das Eisenbahnsozialwerk mit Hermann Tegeder, die Eisenbahnfreunde Salzbergen mit Hermann Möller und der Heimatverein an die Fahne heften konnten, wie Bürgermeister Andreas Kaiser in seinem Grußwort betonte.
Kaiser verglich den "Lückenschluss" der Bahn im Jahre 1856, "die nun endlich das Ruhrgebiet mit der Nordsee verband", mit dem gleichnamigen "Lückenschluss" der A 31.
Kultusminister Bernd Busemann, der ebenso wie Landrat Hermann Bröring, Staatssekretär Dr. Hermann Kues und Politikern aus dem niedersächsischen Landtag an der Veranstaltung teilnahm, betonte in seiner Festansprache, dass die Bahn sehr zur Industrialisierung der Region beigetragen habe, obwohl der König von Hannover, Ernst-August, dieser neuen Technologie sehr distanziert gegenübergestanden hätte. Das sei sogar so weit gegangen, dass er ursprünglich den Bahnhof in Hannover am Stadtrand bauen lassen wollte, weil er die Befürchtung hatte, dass durch die Dampflokomotiven die Pferde kopfscheu würden. "Die Bahn hat eine gute Zukunft in Deutschland", prophezeite der Gast aus Hannover abschließend.
Bröring blickte in seiner Rede zunächst auf seine eigene Kindheit zurück, wo er staunend und faszinierend vor einer großen Dampflok gestanden und ihn der Wunsch beseelt habe, selbst einmal im Führerstand zu stehen. "Blumen pflücken während der Fahrt verboten" habe damals im Zug von Lathen nach Werlte gestanden, und wie man heute unschwer erkennen könne, habe sich in den vergangenen Jahrzehnten viel getan.
Außerdem erinnerte der Landrat daran, dass die Bahn noch vor zehn Jahren ihr Angebot verknappen, aber die Region sich wie "ein Mann dagegengestemmt" habe. "Heute ist wieder einmal das Emsland am Zug", freute sich Bröring abschließend.
Über 20000 Besucher hatten sich nach Salzbergen aufgemacht, um den Salz- und Ölmarkt und die Nostalgiezüge zu bewundern - eine großartige Veranstaltung.
 
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